Interview: “Größte Sorgfalt auch bei Online-Bewerbungen”

85 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten von interessierten Bewerbern eine Online-Bewerbung. Zahlreiche Bewerber ignorieren allerdings wichtige Grundregeln. StepStone-Experte Christoph Stuhrmann antwortet auf unsere Fragen und erläutert dabei, worauf Kandidaten bei einer Online-Bewerbung achten müssen.

bewerbung.de: Herr Stuhrmann, immer mehr Unternehmen bevorzugen Online-Bewerbungen. Ein Trend?
Stuhrmann: Man kann durchaus von einem Trend weg von der herkömmlichen Bewerbung hin zu Online-Bewerbungen sprechen. Die Mehrheit der Unternehmen bevorzugt heute die Bewerbung der Kandidaten entweder per E-Mail mit Anhängen oder via Eintrag in vorgefertigte Bewerbungsformulare auf der jeweiligen Unternehmens-Website. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Bewerberdaten sind leichter zu verwalten, die bisherigen Papierberge werden durch die digitalen Bewerbungsmappen kleiner und die Unternehmen sparen eine Menge Geld, da die Kosten für die Korrespondenz mit den Bewerbern extrem sinken. Denken Sie nur an die Portokosten, die große Konzerne sparen, die jährlich bis zu 100.000 Bewerbungen erhalten.

bewerbung.de: Was unterscheidet eine Online-Bewerbung von einer herkömmlichen Bewerbung?
Stuhrmann: Der größte Unterschied liegt in der Tatsache, dass die Bewerbung über das Internet geschieht. Ansonsten sind die Abweichungen gar nicht so gravierend. Denn auch eine Online-Bewerbung muss formalen Kriterien genügen und professionell aussehen. Nur weil die Bewerbung über das Internet läuft, darf man wichtige Formalien wie Rechtschreibung und Stilistik nicht ignorieren.

bewerbung.de: Worauf müssen Bewerber bei Ihrer Online-Bewerbung konkret achten?
Stuhrmann: Ambitionierte Bewerber sollten bei Ihrer Online-Bewerbung auf die gleichen Kriterien achten wie bei einer herkömmlichen Bewerbung, die über den Postweg versandt wird. Soll heißen: Genau wie bei einer klassischen Bewerbung muss das Anschreiben vollständig und als PDF-Datei gut lesbar an die E-Mail angefügt werden. Darüber hinaus sollten gut fotografierte Fotos digital ansprechend aufbereitet sein. Zudem muss der Bewerber die Zeugnisse natürlich korrekt einscannen. Letztlich empfehle ich einen einzigen Anhang, in dem allen Unterlagen zusammengefasst sind und der maximal 2 MB groß ist. Ich kenne Fälle, in denen Bewerber 100 bis 200 Anhänge mit sämtlichen Zeugnissen – vom Schul- über das Praktikums- bis hin zum Arbeitszeugnis – abschicken. Glauben Sie mir: Das liest kein Mensch!

bewerbung.de: Haben Sie einen Geheimtipp für unsere User?
Stuhrmann: In der Tat. Dieser bezieht sich aber konkret auf so genannte Bewerberformulare auf den Websites der Unternehmen. Hier sollen Bewerber ihre Daten in vorgefertigte Masken eintragen. Diese Informationen werden anschließend via Datenbank ausgewertet. Dadurch erübrigt sich dann eine E-Mail-Bewerbung. Mein Tipp in diesem Kontext: Nutzen Sie beim Eintrag Ihrer Daten in freien Feldern Schlüsselwörter, die dem Unternehmen wichtig sein könnten. Da die Personalmanager eben per Datenabgleich nach geeigneten Kandidaten suchen, steigen so die Chancen, dass Sie in dem automatisierten Verfahren gefunden werden – gerade in Bewerbungsverfahren, in denen die Konkurrenz besonders groß ist.

bewerbung.de: Herr Stuhrmann, vielen Dank für das Gespräch!

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    Ausgewählte Jobs auf stepstone.de vom 11.02.2012:

      Dieser Eintrag wurde am 26. September 2007 um 17:26 Uhr von StepStone veröffentlicht und ist Teil der Kategorie(n) Bewerbungstipps. Sie können alle Antworten auf diesen Beitrag durch den RSS 2.0 Feed mitverfolgen.
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      3 Kommentare zu diesem Artikel

      1. Walter Ahlborn

        Frage: Wie wichtig ist die Unterschrift bei Bewerbungen per email. Wie sollte diese eingefügt werden; Ist Sie noch notwendig oder gilt die email-Adresse als gültige Unterschrift und Zuordnung, wie bei Registrierungen und ecommerce.

        freundliche Grüße … Walter Ahlborn

      2. Ignatz

        Der Aussage, das Anschreiben solle als PDF angehängt werden, kann ich nur bedingt zustimmen.
        Das Buch “Die erfolgreiche Bewerbung um den Ausbildungsplatz” vom Duden-Verlag sagt, man hat die Wahl zwischen dem oben erwähnten Weg oder man behandelt die E-Mail als Anschreiben.

        Letzteres hat zwei Vorteile: Man muss sich keinen Text für die sonst leere Mail einfallen lassen und die PDF mit den Anlagen wird kleiner.
        Außerdem kann der Empfänger den Text schnell überfliegen und muss dafür nicht erst seinen Rechner und die Internetleitung strapazieren.

        Ich selbst habe die zweite Methode angewandt und konnte die PDF mit zwei Seiten Lebenslauf und drei Schulzeugnissen auf 1,08 MB zusammenquetschen.
        Das Ergebnis ist eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

        Zum Thema Unterschrift kann ich sagen, dass ich keine gebraucht habe.

      3. janina prinz

        hey ich finde es scheiße es ist sehr bescheuetrtr aber ist ja jedem selber überlassen wass er denkt weil jder hat seine eigene meinung

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