AGG: Das Gesetz beeinflusst auch die Bewerbungen

Das Allgemeinegleichbehandlungsgesetz und Ihre BewerbungDas Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat seit seiner Einführung am 18.08.2006 nicht nur in den Unternehmen für viel Wirbel gesorgt, denn aus Furcht vor möglichen Klagen, haben viele Unternehmen ihre Bewerbungsverfahren umgestellt. Dies bringt für Ihre Bewerbungen insofern Änderungen mit sich, dass Sie auf einige persönliche Fragen nicht mehr antworten müssen.

Welche Angaben Sie machen müssen und welche nicht

  • Bewerber müssen auf persönliche Fragen zu Alter, Familienstand, Kindern, Religion und sexueller Orientierung etc. nicht mehr antworten.
  • Einige Unternehmen könnten eventuell anonymisierte Lebensläufe bevorzugen, dies sollte im Vorfeld mit den Unternehmen abgeklärt werden.
  • Lichtbilder sollten Sie nur noch in die Bewerbung aufnehmen, wenn sie wirklich vom Unternehmen angefordert werden.
  • Bewerbungsgespräche werden in der Regel mit zwei Interviewpartnern geführt.
  • Bewerber, die sich benachteiligt sehen, haben die Möglichkeit, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Nach wie vor sollten Sie diese Inhalte in den Lebenslauf integrieren:

  • Schulbildung, Ausbildung, Hochschulbildung
  • Sprachkenntnisse
  • EDV-Kenntnisse
  • Berufserfahrung und berufsspezifische Kenntnisse
  • Berufsergänzende Fähigkeiten
  • Zeugnisse und Nachweise (als Anlagen)

Sie müssen keine Informationen weglassen, die für Ihre Qualifikation von Bedeutung sind. Wenn Sie sich allerdings streng an das AGG halten wollen, sollten Sie folgende Angaben nur nach ausdrücklicher Aufforderung machen:

  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Geschlecht
  • Familienstand
  • Nationalität
  • Lichtbild
  • Religion

AGG: Diskriminierung verboten

Unternehmen müssen aufgrund des AGG ihre Stellenanzeigen so neutral wie möglich formulieren. So müssen die Inserate nicht nur geschlechtsneutral sein, künftig dürften Stellenanzeigen auch keine Formulierungen wie z.B. „junges Team“ mehr enthalten, denn kein Bewerber darf aufgrund seines Alters benachteiligt werden.

Somit kommen jetzt auch Bewerber in Betracht, die bislang aufgrund starrer Altersgrenzen ausgegrenzt worden sind, und auch männliche Kandidaten können sich problemlos um die Stelle der Sekretärin bewerben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz: Diskriminierung verboten!

Das AGG regelt nicht nur die Einstellung von Mitarbeitern, sondern auch Details zum laufenden Arbeitsverhältnis und zur Kündigung. Gegebenenfalls kann man auf Schadensersatz klagen, wenn man aufgrund

  • seines Geschlechts,
  • seiner ethnischen Herkunft,
  • seiner Weltanschauung,
  • seiner Religion,
  • seines Alters,
  • seiner sexuellen Identität
  • oder einer Behinderung

diskriminiert wird. Das beklagte Unternehmen ist dann in der Beweispflicht und muss nachweisen, dass keine Diskriminierung im Sinne des AGG vorliegt. Hat man als Bewerber das Gefühl, das Unternehmen hätte gegen das AGG verstoßen, kann man innerhalb von zwei Monaten eine entsprechende Klage einreichen. Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter im Hinblick auf die Inhalte des AGG zu schulen und werden künftig alle Bewerbungsprozesse schriftlich dokumentieren und für mehrere Monate archivieren.

Hier haben wir weitere Informationen für die Erstellung Ihrer Bewerbungen zusammengestellt:

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Ausgewählte Jobs auf arbeiten.de vom 24.07.2014:

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      Dieser Eintrag wurde am 30. April 2007 um 10:43 Uhr von StepStone veröffentlicht und ist Teil der Kategorie(n) Allgemein. Sie können alle Antworten auf diesen Beitrag durch den RSS 2.0 Feed mitverfolgen.
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